Mosel Kurzurlaub vom 11. bis 16. April 2019


Die Mosel hat schon immer eine spezielle Faszination auf mich ausgeübt. Diese liebliche Gegend ist perfekt um ausgedehnte Fahrradtouren zu unternehmen und die Kultur kommt natürlich auch nicht zu kurz...

 

Am 11. April erfolgte die Anreise, welche mit gut 470 km bis Sankt Aldegund einige Zeit in Anspruch nahm. Nach einem kurzen Halt in Weil am Rhein um bei LAS Burg ein paar Pakete entgegen zu nehmen, ging die Reise weiter via Karlsruhe nach Sankt Aldegund.

Eine Hauptattraktion dieser Ortschaft ist sicher der historische Gewölbeweinkeller von der Firma Oster sowie die alte Kirche und die schöne Lage am Fluss.

 

Angekommen auf dem Stellplatz von Sankt Aldegund (gegen 17:00 Uhr) reichte es zeitlich perfekt, diese Weinkellerei zu besichtigen, welche sich idealerweise vis-à-vis befindet. Der Gewölbekeller ist in der Regel täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

Das Angebot ist unglaublich: Von Weinen (mit Prämierungen) über Essige, Öle, Senfs bis hin zum Weinrebenpfirsichlikör gibt es so ziemlich alles was einem das Leben verschönert.

Natürlich kann man von fast allem degustieren was man unbedingt machen sollte. Nur die Verkostung von den diversen Eisweinen kostet Extra (€ 2.50).

 

Hier erfährt man sehr viel über die Moselweine generell. Der Storemanager steht gerne für Auskünfte zur Verfügung. Die Weinhandlung vertreibt ihren Wein europaweit wobei der Export nach Großbritannien, infolge der aktuellen Unklarheiten rund um den Brexit, stagniert. Sogar bis an die Mosel hat sich das Thema vorgearbeitet ;-). Bis dieses Dilemma geklärt ist, werden wohl noch einige Wochen vergehen.

Der Stellplatz liegt schön direkt an der Mosel und wird von der Gemeinde verwaltet welche auch gegen Abend die Gebühren von € 7.- eintreibt. 

Der Stellplatz kann nur bedingt empfohlen werden. In der Nacht (wie auch tagsüber) rauschen am anderen Ufer der Mosel Güterzüge durch und das lässt einem doch ein paar mal erwachen. Eine Nacht war dann auch genug.

Am nächsten Tag hatte ich meine "Königsetappe" geplant. Der Ausflug sollte mich mit dem Fahrrad als Hauptattraktion zur Burg Eltz führen.

 


Fahrradtour Sankt Aldegund bis zur Burg Eltz retour

Radroute Sankt Aldegund - Burg Eltz
Radroute Sankt Aldegund - Burg Eltz

Die Fahrradtour ist im Bikeline Radtourenbuch "Mosel-Radweg" aus dem Verlag Ester Bauer im Detail beschrieben. Die Bikeline Bücher sind generell sehr empfehlenswert. Es lohnt sich ein entsprechende Halterung dazu zu kaufen, damit man auf einen Blick weiss, wo die Route entlang führt. Diese sind im Fahrradfachhandel zu kaufen oder online bei Veloplus. Es empfiehlt sich auch der entsprechende Klick-Fix-Halter zu kaufen.

Die Temperaturen mit 6-8 Grad waren nicht gerade einladend zum Fahrradfahren. Aber es regnete zumindest nicht und ich konnte die ganze Tour trocken zurücklegen.

Das erste Highlight war nach wenigen Kilometern in Bremm bereits erreicht. Die Moselschleife! Ein wahres Highlight in dieser Region.

Bei Bremm hinter der Kirche befindet sich der Einstieg zum Calmonter Klettersteig. Dabei handelt es sich um einen schmalen Fusspfad durch Europas steilsten Weinberg. Er ist 3km lang und wurde mit 6 Leitern, ca. 100m Sicherungseilen, 22 Trittbügeln und 16 Trittstiften abgesichert und begehbar gemacht.

Von dieser Stelle entstanden auch die folgenden Bilder.

Die Tour entlang der Mosel führte über Wege, welche mit Mauern zur Seite der Strasse abgesichert sind. Und damit die Fahrradfahrer bei massiven Hochwasser nicht ertrinken, hat man in die Mauer alle paar 100m Metallleitern eingelassen. Wahrscheinlich DER Fluchtweg im Falle aller Fälle ;-).

Radweg mit Fluchtweg bei Hochwasser
Radweg mit Fluchtweg bei Hochwasser

Der Weg geht weiter in Richtung Cochem. Cochem ist eines der Hauptreiseziele in der Moselregion und wird von jährlich fast 2 Millionen Besucher in Beschlag genommen. Das bekannteste Bauwerk ist sicher die Reichsburg. Es gibt sogar auch eine Sesselbahn zum Pinnerkreuz. Diese lies ich aus da mir bei dieser Kälte nicht nach Sesselbahn zumute wahr.

In Cochem lag gerade das Schweizer Schiff "Excellence Princess" vor Anker. Mit diesem lässt es sich stilvoll auf der Donau, Mosel oder Rhein schippern.

So langsam aber sicher näherte ich mich der Abzweigung zur Burg Eltz welche in der Ortschaft Moselkern erreicht ist.

Mit dem Fahrrad ist es nicht erlaubt auf den letzten Kilometern zu fahren. Also schloss ich dieses auf dem Parkplatz ab und nahm den restlichen Weg zu Fuss in Angriff. Für meine Füsse war dies eine Wohltat. Den so nach und nach tauten diese auf. Der Fussweg lässt sich auch in Bikeschuhen gut erwandern und ist landschaftlich sehr schön.

Nach ca. 30 Minuten hatte ich das Ziel vor Augen: Die Burg Eltz.

Die Burg liegt sehr gut versteckt auf einer steilen Schieferfelsspitze umgeben von grünen Wäldern, die bis an die Mauern heranreichen.

Schier unzählige Türme, Türmchen, Zinnen und Erker schmücken das verwinkelte Gemäuer. Sie ist der Inbegriff einer Märchenburg. Hier braucht es nicht viel Fantasie, sich ins Mittelalter zurückzuversetzen, in die Zeit, in der die wichtigsten Strassenverbindungen mit solchen Bauwerken gesichert wurden.

Nach der kalten Anfahrt und diesem tollen Fussmarsch hatte ich etwas Warmes verdient. Im schönen, modernen und vor allem geheizten Restaurant "Zur Ringelsteiner Mühle" lies ich es mir gut gehen. Dieses liegt neben dem grossen Parkplatz, von wo der Fussweg zur Burg startet und das Fahrrad abgestellt werden kann.

Schnitzel überbacken mit Käse und Champignons, mit Gemüse und Pommes und ein Radler
Schnitzel überbacken mit Käse und Champignons, mit Gemüse und Pommes und ein Radler

Nachdem der Magen gut gesättigt war, die Füsse eine angenehme Betriebstemperatur erreicht hatten, ging es an den Rückweg nach Sankt Aldegund.

Der Plan war, in Karden die Flussseite zu wechseln um den Rückweg am rechten Ufer fortzusetzen. Leider war diese Idee nicht perfekt, so musste ich ca. 6km über einen sehr schlechten Feldweg mit umgestürzten Bäumen zürücklegen. Dieser war doch sehr abenteuerlich aber nicht optimal mit einem Reifendruck von 6bar....Item, dass Material hat diesen Weg schadlos überstanden und der Fahrer ist sowieso unverwüstlich...

In Beilstein steht die berühmte Burg "Metternich". Bekannt von dort ist der Sekt Fürst von Metternich.

In Senheim wechselte ich die Flussseite, da gemäss Bikline-Führer nochmals eine ca. 8km langer unbefestigter Weg anstand. Diesen wollte ich mir heute nicht mehr antun.

Wohlbehalten fuhr ich in Sankt Aldegund ein nach immerhin 102 km Strecke und einer reinen Fahrzeit von über 5 Std..

Hier noch ein paar Impressionen von unterwegs.

Meine Idee war, weiter nach Traben zu fahren um dort auf einem ruhigeren Stellplatz zu nächtigen. Zudem versprach dieser Platz eine warme Dusche, welche meine geplagten Glieder wieder in Schuss bringen sollte. 

Der Stellplatz liegt direkt neben der Mosel, jedoch sind die besseren Plätze nicht unmittelbar am Fluss sondern ein paar Meter aufwärts. Zum Übernachten eignet er sich perfekt da er in der Nacht, wie auch tagsüber, angenehm ruhig ist. Der Platz wird von einer älteren, sehr netten Dame aus Holland bewirtschaftet, welche auf dem Platz in ihrem Wohnmobil lebt. Über den Winter zieht es sie mit ihrem Mann weiter nach Spanien und im Frühling ist sie dann wieder in Trabach anzutreffen. 

Der Preis ist mit €12.- völlig okay da dieser Betrag die Ver- & Entsorgung, Dusche und WC inkludiert.

Ich jedenfalls freute mich auf die heisse Dusche. Somit war ich wieder ganz aufgetaut.

Am Samstag, 13. April,  wollte ich mal die Umgebung von Traben-Trarbach zu Fuss unter die Lupe nehmen. Traben liegt auf der rechten Seite der Mosel und Trarbach auf der linken. Verbunden sind beide Teile durch eine Brücke.

Meine erstes Ziel war die Ruine Grevenburg mit dem vorgelagerten Kriegerdenkmal welche hoch über der Mosel thronen.

Oben bei der Ruine hat es auch ein Gaststätte, welche jedoch erst ca. ab Ostern ihre Tore öffnet.

Weiter ging es steil hinunter durch die Rebberge nach Trarbach und von dort weiter in die Therme.

Die Moseltherme ist ideal um sich zu entspannen. Der Fussweg vom Stellplatz bis dorthin beträgt ca. 50-60 min. Mit dem Umweg via Grevenburg sollten etwa 1.5 Stunden eingerechnet werden.

Von der Moseltherme starten etliche Wanderwege wie auf der untenstehenden Übersichtkarte entnommen werden kann. Es gibt auch in dieser Region etliche Schweizern... Ich denke, wir sind halt gute Vorbilder, so interpretiere ich das ;-).

Ein Foto vom schönen Brückentor durfte natürlich nicht fehlen. Wer genau hinschaut, findet in der Mitte ein tanzendes Paar.

Brückentor Traben-Trarbach
Brückentor Traben-Trarbach

Auf dem Rückweg besorgte ich mir ein Ticket für eine Schiffsfahrt von Traben nach Bernkastel -Kues retour welche ich am Sonntag machen wollte.

Kaum zurück am Stellplatz, setzte doch noch heftiger Graupelschauer ein. Wie gut hatte ich eine gemütliche warme Stube.

Grauppelschauer Stellplatz Traben 13. April 2019
Grauppelschauer Stellplatz Traben 13. April 2019

Über Nacht hat es dann tatsächlich geschneit. Ich war froh, konnte ich heute eine gemütliche Schiffsfahrt auf der Mosel unternehmen. Die Anlegestelle befindet sich 15 Min. Fussmarsch Richtung Traben. Die Fahrt führte von Traben bis Bernkastel-Kues retour.

Auf dem Flussweg dorthin unterquert man bei Rachtig die imposante neu erstellte und umstrittene Hochmoselbrücke.

Die höchsten Pfeiler sind bis zu 160 Meter hoch und die Brücke thront 170 Meter über dem Fluss. Ein wirklich imposantes Bauwerk welches im Sommer 2019, mit etlicher Verzögerung, endlich fertig gestellt werden sollte. 

Auf der Flussfahrt wird einem die Dimensionen der Rebberge im Moselgebiet vor Augen geführt. Dank dem Klima und der Hanglage gedeihen hier qualitative hochwertige Weine für jeden Geschmack.

Nach Zeltingen gilt es nun noch eine Schleuse mit 6 Meter Höhendifferenz zu überwinden. Dank der modernen Schleuse geht dieser Vorgang nur gerade 10 Minuten!

Angekommen in Bernkastel-Kues, hat man 2 Stunden Zeit zum Re-Boarding. Dies Zeit reicht perfekt um das wunderschöne Städtchen zu erkundigen. Schon im April hat es sehr viele Touristen aus aller Welt, welches sich diese Sehenswürdigkeit nicht entgehen lassen wollten. Ich möchte nicht wissen, wie dies erst im Sommer oder Herbst zu und hergeht.

Alle folgenden Bilder stammen von Bernkastel-Kues.

Natürlich gehörte das erste Openair Eis auch dazu, obwohl die Temperaturen eine Mütze von Nöten machte ;-).

Danach ging es auf dem gemütlichen Schiff "Romantica" wieder zurück in Richtung Traben. Der ganze Ausflug dauerte von 10:00 bis um 17:20 Uhr und kann sehr empfohlen werden.

Die Kosten beliefen sich auf faire €24.50 pro Person. Das Schiff bietet auch eine kleine Getränke-/Speisekarte mit warmen und kalten Getränken wie auch Suppen und kleine Köstlichkeiten.

Am Montag, 15. April wurde das Wetter allmählich wärmer und es stand wieder ein tolle Tour auf dem Programm. Ich wollte in Alf an der Mosel die Burg Arras besichtigen.

Die Fahrt führte kurz nach Traben vor Enkirch an einer Schleuse vorbei. Auf dem Bild sind die diversen Schleusen an der Mosel vermerkt.

Es ist eindrücklich, wie der Weinanbau bis in die letzten möglichen Winkel betrieben wird. 

Immer wieder kommt man auf dem Fahrradweg an schön gelegenen und gepflegten

 Ortschaften vorbei wie zum Beispiel in Zell.

Zell an der Mosel
Zell an der Mosel

In Bullay, welches vis-à-vis von Alf (die Geburtsstätte von Alf der Serienerfolgsserie aus den 80er Jahren?) liegt, ist der Bullayer Brautrock eine Sehenswürdigkeit.

Die Geschichte dahinter: Gegen Ende des 16. Jahrhunderts waren die gräflichen Kassen wie so oft wieder mal leer, da man zu viele, zu ausgiebige Feste gefeiert hatte. Damit nun der junge Grafensohn sein geliebtes Ritterfräulein ehelichen konnte, musste der Brautvater, der dem Glück seines Kindes nicht im Wege stehen wollte, seinem zukünftigen Schwiegersohn einen Weinberg schenken, dass dieser den Brautrock zahlen konnte. Man verfügte aber, dass die Erlöse aus diesem Brautrockweinberg ganz allein dem Fräulein zustehen.. Sie möge dann von eigenem Besitz zehren können, sollte der junge Graf auch durch ausschweifende Lebensweise die Kasse belasten.

 

Mein Ziel, die Burg Arras, war zum Greifen nah, als plötzlich im Aufstieg ein Fahrverbot stand. Das Tor war jedoch offen, doch musste beim Passieren dieses, ob mit Fahrrad oder zu Fuss, €6.- bezahlen. In diesem Betrag ist jedoch der Museumsbesuch inkludiert. Da ich nur die Aussicht geniessen wollte machte ich kehrt und fuhr von dort den Wanderweg zurück hinunter nach Alf. Auf dem Weg nach Alf hinunter hat es diverse schöne Häuser mit perfekter Wohnlage.

Wohnlage oberhalb Alf mit Aussicht auf Bullay
Wohnlage oberhalb Alf mit Aussicht auf Bullay

Auch die schönste Wohnlage hat jedoch ihre Nachteile welche man auf dem Bild jedoch nicht sieht. Und zwar ist dies der Strässenlärm welcher ein permanentes lautes Rauschen verursacht.

Da ich die Burg Arras nicht erklimmen wollte, gab es auf dem Rückweg nach Trabach jedoch noch ein viel schönerer Ausblick zu bestaunen. Oberhalb der Marienburg, liegt auf einem Hügel zwischen Bullay und Pünderich, der Prinzenkopf. Auf diesem Steht ein Aussichtsturm. Dieser thront 240 steile Höhenmeter oberhalb der Mosel. Die Auffahrt ist extrem steil aber zu meistern. Und es lohnt sich diese Mühen auf sich zu nehmen. Die  Aussicht ist fantastisch.

Auf diesem Bild sieht man sogar die sogenannte Kanonenbahn. Mehr zu dieser findet man auf diesem Link.

Aussicht vom Prinzenkopf Richtung Reil mit der Kanonbahn
Aussicht vom Prinzenkopf Richtung Reil mit der Kanonbahn

In Traben auf dem Stellplatz angekommen, genoss ich eine schöne warme Dusche. Die Tour bis nach Alf retour brachte es auch wieder auf knappe 70 Kilometer.

Als Abschluss wollte ich nochmals auf einen schönen Stellplatz ansteuern, wenn möglich direkt an der Mosel, und dort den Kurzurlaub ausklingen lassen. Einen solchen Stellplatz gibt es in Kinheim.

Man kann sich seine "Ecke" frei auswählen.

Am 16. April machte ich mich danach gemütlich auf die Heimfahrt.

Auf dieser machte ich an der Saarlandtherme in Kleinblittersdorf (nähe Saarbrücken) Halt um nochmals die Seele ein wenig baumeln zu lassen.

 

Eingangsbereich Saarlandtherme in Kleinblittersdorf in der Nähe von Saarbrücken
Eingangsbereich Saarlandtherme in Kleinblittersdorf in der Nähe von Saarbrücken

Wiederum hatte ich perfekte Tage wenn auch ein bisschen kalte, an der Mosel "erfahren" dürfen. Noch habe ich einige Teilstücke der Mosel nicht befahren. Es war sicher nicht der letzte Urlaub in dieser Regionl. Die Mosel ist immer eine Reise wert.

 

Text:

A. Soltermann

Bilder sind alle aufgenommen mit einem iPhone 8.